In Bayern erfreut sich Weizenbier gemischt mit Cola großer Beliebtheit. Allgemein ist dieses Mischgetränk dort als „Neger“ bekannt. Das hat nun die Gralshüter der Politischen Korrektheit auf den Plan gerufen.

Bayern: Nicht nur schöne
Landschaften

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Ein Arbeitskreis Panafrikanismus in München beanstandete öffentlich, daß etliche Gastronomen in Bayern auf ihren Getränkekarten noch immer Neger für das Mischgetränk schreiben. Nach Angaben des Arbeitskreises hätten andere Bundesländer längst neutrale Begriffe für das Getränk gefunden, etwa “Diesel” oder einfach nur “Cola-Weizen”. Daher wendete sich der Arbeitskreis in einer Resolution, die etliche Organisationen und Vereine unterstützten, an die Staatsregierung, um Druck auf die Gastronomen auszuüben.
Was wie politisches Sommertheater klingt, wird allerdings bei der Staatsregierung sehr ernst genommen. Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP), der auch stellvertretender Ministerpräsident ist, hat sich nun als erster der Forderung des Arbeitskreises angenommen.
Zeil will die Bezeichnung „Neger“ für das Getränk aus dem öffentlichen Raum verbannen. In einem Schreiben an den bayerischen Hotel- und Gaststättenverband fordert er Präsident Siegfried Gallus auf, die Gastronomen für die Getränkebezeichnung, die er für “rassistisch” hält, zu sensibilisieren. Nach Ansicht von Zeil soll der Begriff von den Getränkekarten ganz verschwinden. Er hat Justizministerin Beate Merk (CSU) gebeten, ihrerseits “eine generelle Verbannung des Begriffs aus dem öffentlichen Raum” zu überprüfen.
Beim Hotel und Gaststättenverband stößt Zeil selbstverständlich auf offene Ohren. Siegfried Gallus vom Gaststättenverband erklärte: “Wir haben Verständnis. Wir werden die Gastronomen bitten, das Getränk Cola-Weiße zu nennen.” In Bayern scheint man sonst keine Sorgen zu haben.



